Barrierrefreiheit in Projekten und anderen Veranstaltungen

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Das ist ein Bericht darüber,wie ich Projekte und andere Veranstaltungen barrierefrei gestalte. Dabei werde ich nie so alt, um nicht etwas Neues zu lernen.

Die einfachste Definition von Barrierefreiheit, die ich verwende ist: Jede person kann alles überall benutzen, alles tun, überall sein oder hinrollen und braucht dafür keinerlei Hilfe.

Alles meint dabei Naschinen, Geräte, Werkzeuge, Computer, etc. Überall meint jeden Punkt i m Universum. Keinerlei Hilfe meint ohne Assistenz und Hilfsmittel.

Diese Definition ist ein Ideal, an dem ich mich orientiere und das ich möglichst erreichen will. Daran sollten wir uns alle orientieren.

Barrierefreiheit braucht viel Zeit und Raum und kostet manchmal ein Vermögen. Letzteres überwiegend dann, wenn man/frau/es/x nicht von Anfang an barrierefrei geplant hat.

Meine erste Frage bei Veranstaltungen: Kenne ich die Personen, die kommen? Was brauchen sie? Wenn dem nicht so ist, diskutiere ich mit Jedex, einer sehr interessanten Person.

Jedex ist nämlich klein, groß, dick, dünn, ißt Fleisch, ißt kein Fleisch, ist Vegetarier*in oder Veganer*in oder braucht eine bestimmte Diät. Sie ist heterosexuell, homosexuell, bisexuell, lesbisch, transsexuell, intersexuell, männlich, weiblich oder hat ein anderes Geschlecht. Sie ist religiös oder nicht religiös. Sie kann gehen, kann nicht gehen, nutzt Gehilfen, einen mechanischen oder elektrischen Rollstuhl, kann sehen, kann nicht sehen, kann hören, kann nicht hören oder nur bestimmte Frequenzen hören.

Dann gestallte ich die Bereiche Transport, Umwelt, Information, Methoden, Design möglichstso, dass Jedex sich wohlfühlt.

Dabei stelle ich in jedem Bereich Fragen

Transport:

Woher kommen die Leute? Ich stelle fest, aus welchem Land, welchem Ort oder welcher Stadt oder Gegend jede/r/x kommt. Dann stelle ich fest, womit sie kommen. Auto, Bahn, Bus, Schiff, Flugzeug, Fahrrad, zu Fuß. Dann bekommen alle

das, was sie von mir brauchen, wenn sie mir gesagt haben, was sie brauchen. Ich habe aber auch eine Liste davon im Kopf, was zu tun ist.

Dann kommt die Frage, wo sie ankommen: Hafen, Bahnhof, Flughafen oder Veranstaltungsort. Alle müssen zum Veranstaltungsort aber nicht alle kommen dort an. Entweder kommen sie selbst dort an oder ich bringe sie hin. Wenn sie es alleine machen, brauchen sie Informationen wie Adresse, Telefonnummern, Fahrpläne, etc.

Umwelt: Kann sich jede/r/x in allen Gebäuden, auf Straßen und Wegen, in Parks und der Natur frei bewegen Wie kommen wir in die Hotelzimmer? Sind die Zimmer groß genug? Wie schaut es mit den Klos aus? Wie kommen wir zum Seminarraum? Wie können wir den Ort verlassen?

Information: Alles, was wir sagen, schreiben, zeichnen oder zeigen. Alles, was passiert.

Methoden: Wie kann jedex mitmachen?

Design: Wie sehen Dinge aus? Wie schwer sind sie? Wie groß oder klein sind sie? Z. Bälle, Stifte, etc.

Barrierefreiheit heisst:

Du bekommst die Information so, dass du sie “lesen” kannst: in Braille, Großdruck, Gebärdensprache, mit leicht verständlicher Sprache, per Audiodeskription oder Audiodateien….

Du kannst dich in der Umwelt bewegen und Dinge nutzen. Dazu gehören Möbel, Zeichen, Maschinen, privater und öffentlicher Verkehr…

Du kannst bei allem mitmachen.

Barrierefreiheit Arbeitsdefinition:

Du kannst alles verwenden, kommst überall hin und kannst überall mitmachen, verwendest dazu aber auch Hilfsmittel und Assistenz.

Text: ©Wolfgang Mizelli

Photo: ©Natascha Chudoba